
Die Energiewende hat ein neues Zeitalter erreicht
Im Jahr 2024 hat sich die globale Energieökonomie entscheidend gewandelt – ein Jahr, das als Wendepunkt in die Geschichte eingehen dürfte. Laut einer umfassenden Analyse der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) erzeugten 91 Prozent aller neu in Betrieb genommenen erneuerbaren Großprojekte Strom erstmals günstiger als selbst die billigste fossile Alternative. Was lange als Vision galt, ist nun Realität: Die Erneuerbaren haben sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch durchgesetzt. Dieser Wandel verändert fundamental, wie die Welt Energie erzeugt, finanziert und denkt.
Auch UN-Generalsekretär António Guterres fand bei der Vorstellung des Berichts in New York klare Worte: „Die Zukunft der sauberen Energie ist kein Versprechen mehr. Sie ist eine Tatsache. Keine Regierung, keine Industrie, kein Sonderinteresse kann sie aufhalten.“ Und weiter: „Länder, die an fossilen Brennstoffen festhalten, schützen nicht ihre Wirtschaft – sie sabotieren sie.“
Wind und Solar setzen neue Maßstäbe
An der Spitze stand 2024 Windenergie an Land mit durchschnittlichen Stromgestehungskosten (LCOE) von nur 0,034 US-Dollar pro Kilowattstunde (USD/kWh) – 53 Prozent günstiger als fossile Alternativen. In China und Brasilien lagen die Werte sogar noch niedriger. Die Photovoltaik folgte mit 0,043 USD/kWh global, in China mit nur 0,033 USD/kWh. Fossile Kraftwerke lagen im Schnitt bei 0,073 USD/kWh. Solar war somit weltweit rund 41 Prozent günstiger.
Selbst Wasserkraft, oft übersehen im modernen Boom der Erneuerbaren, blieb wettbewerbsfähig bei 0,057 USD/kWh – begünstigt durch günstige hydrologische Bedingungen in wichtigen Märkten wie China und Lateinamerika.
Im Artikel „Die größten Erneuerbare-Energien-Anlagen der Welt“ stellen wir Ihnen die beeindruckendsten Wind-, Wasser- und Sonnenenergieanlagen der Welt vor.

Zur Deckung unseres täglichen Stromverbrauchs kommen verschiedene Energiequellen und Technologien zum Einsatz. Bei der Umwandlung dieser Energieformen in elektrischen Strom entstehen Kosten – die sogenannten Stromgestehungskosten, auch bekannt als „Levelized Cost of Electricity“ (LCOE). Sie zeigen an, welche durchschnittlichen Kosten über die gesamte Lebensdauer einer Anlage anfallen, um eine Kilowattstunde (kWh) Strom zu erzeugen.
Ein Rekordjahr für den Ausbau
Der wirtschaftliche Vorteil führte zu einem massiven Kapazitätsausbau: 2024 wurden weltweit 582 Gigawatt (GW) neue erneuerbare Energien installiert – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der größte jemals gemessene Anstieg innerhalb eines Jahres. Photovoltaik dominierte mit über 452 GW, gefolgt von Wind (114 GW). Asien, insbesondere China, war mit 413 GW erneut Wachstumstreiber und verantwortlich für 62 Prozent der neuen PV- sowie rund 70 Prozent der neuen Windkapazitäten.
Ende 2024 lag die weltweit installierte Kapazität erneuerbarer Energien der IRENA-Studie zufolge bei 4443 GW. Doch trotz dieses Rekords bleibt eine erhebliche Lücke: Um die Ziele der Weltklimakonferenz COP28 von 2023 in Dubai zu erreichen, müsste diese Zahl bis 2030 auf über 11.000 GW steigen. Dafür wären jährlich mehr als 1000 GW an Kapazitätsausbau erforderlich – eine gewaltige Aufgabe, die erhebliche Investitionen in Netze, Speicherlösungen und unterstützende Technologien voraussetzt.
Speicher, Netze, Digitalisierung: Neue Schlüsselfunktionen
Ein wesentlicher Treiber des Wachstums ist die Preisentwicklung bei Batteriespeichern: Hier ist ein Rückgang um 93 Prozent seit 2010 auf nur noch 192 USD/kWh zu verzeichnen. Das erlaubt kosteneffiziente Hybridprojekte, also Projekte, bei denen Energieerzeugungsanlagen geplant werden, die erneuerbare Energien plus Speicherlösungen von vornherein miteinander kombinieren – zum Beispiel Solarenergie und Batteriespeicher, Windkraft und Batteriespeicher oder aber auch Solar-, Wind- und Speicheranlagen. In Australien lagen die LCOE solcher Systeme 2024 bei nur 0,051 USD/kWh – günstiger als viele fossile Optionen.
Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung die präzisere Steuerung, Wartung und Integration erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft, deren Einspeisung wetterbedingt schwankt. Intelligente Netze und KI-gestützte Analysewerkzeuge verbessern die Resilienz des Systems und reduzieren Ausfallzeiten.

Ursachen für die deutlich gesunkenen Preise
Die Installationskosten für erneuerbare Energien sinken bereits seit 2010 drastisch. So kosteten Photovoltaikanlagen 2024 nur noch 691 USD/kW – ein Rückgang von über 85 Prozent gegenüber mehr als 4700 US-Dollar im Jahr 2010. Auch Windkraft wurde deutlich günstiger: An Land sanken die Kosten auf 1041 USD/kW, auf See auf 2852 USD/kW Batteriespeicher verzeichneten eine noch stärkere Kostenreduktion – von über 2500 US-Dollar pro Kilowattstunde auf durchschnittlich 192 US-Dollar.
Diese Kostensenkungen sind vor allem auf Skaleneffekte, Fortschritte in der Fertigung, technologische Innovationen und Effizienzsteigerungen in der Lieferkette zurückzuführen – insbesondere in China, das mittlerweile mehr als 75 Prozent der weltweiten Batterieproduktion übernimmt und die Herstellung von Photovoltaikmodulen dominiert.
Für Verbraucher:innen interessant: Einer Studie der Energy Watch Group zufolge sinken nicht nur die Investitionskosten für erneuerbare Anlagen, sondern auch die Preise für erneuerbar erzeugten Strom. Mehr dazu lesen Sie im Artikel „Niedrigere Strompreise dank erneuerbarer Energien".
Netzengpässe bremsen Fortschritt
Trotz sinkender Technologiepreise wird die Netzintegration zunehmend zum Flaschenhals. In vielen Ländern verzögern sich Projekte durch Übertragungsengpässe, langwierige Genehmigungsprozesse und Lieferengpässe bei Komponenten. In Australien summieren sich die Integrationskosten teils auf 0,032 USD/kWh. Ein im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoher Wert: Einer Studie von Synapse Energy Economics zufolge liegen die Integrationskosten für Wind- und Solarenergie in den USA zum Beispiel häufig unter 0,005 USD/kWh.
Der Ausblick: Kosten für Solar- und Windenergie sinken weiter
IRENA geht davon aus, dass die Kosten für erneuerbare Energien auch in den kommenden Jahren weiter sinken werden, allerdings nur noch in langsamem Tempo. Bis zum Jahr 2030 könnten die Investitionskosten für Photovoltaikanlagen auf unter 388 US-Dollar pro Kilowatt fallen. Bei der Windenergie an Land wird ein Rückgang auf etwa 861 US-Dollar pro Kilowatt erwartet. Auch die Offshore-Windenergie dürfte günstiger werden: IRENA prognostiziert hier einen Rückgang der Kosten auf rund 2316 US-Dollar pro Kilowatt.
Dank ihrer industriellen Stärke können China und Indien Solar- und Windenergie besonders günstig produzieren. Europa und die USA sehen sich dagegen mit regulatorischen Hürden, Anschlussproblemen und höheren Arbeitskosten konfrontiert. Trotzdem bleiben Erneuerbare die günstigste und sicherste Option für die künftige Energieversorgung.
Mit unseren Solaranlagen ermöglichen wir es Ihnen, Ihre Energiekosten zu senken und dabei Ihre Energieautarkie zu erhöhen, um so gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu erhalten.
467 Milliarden Dollar Einsparung
Im Jahr 2024 sparten erneuerbare Energien laut IRENA rund 467 Milliarden US-Dollar an fossilen Energiekosten – bei gleichzeitig sinkender Abhängigkeit von volatilen Brennstoffmärkten. In der EU übertraf Solarstrom erstmals die Kohle, in den USA stiegen Wind und Solar um jeweils über zwölf Prozent, während Kohle weiter zurückging.
Die Entwicklung zeigt: Die Entkopplung von fossilen Energien schreitet voran, gestützt durch Politik, Nachfrage und ökonomische Vorteile.
Der nächste Schritt zählt
Erneuerbare Energien haben sich 2024 weltweit durchgesetzt: ökologisch, ökonomisch und technologisch. Doch um die international verabredeten Klimaziele bis 2030 zu erreichen, braucht es mehr als Technologie. Notwendig sind massive Investitionen in Netze und Speicher sowie weniger langwierige Genehmigungsprozesse und internationale Zusammenarbeit. Nur so lässt sich der historische Wendepunkt von 2024 in eine nachhaltige Transformation überführen.
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