E-Mobilität

Elektroautos und Ihre Mythen - was ist dran?

Elektroautos sind teuer, kommen nicht weit und sind langweilig: Das sind nur einige der Vorurteile über E-Autos. Mythos oder Wahrheit? Wir haben den Faktencheck gemacht.

Mythos 1: E-Autos sind teuer

Falsch. Die Preise für E-Autos fallen schon länger. Das hat vor allem drei Gründe: Die Batterieproduktion wird immer billiger, viele günstige E-Autos drängen neu auf den Markt – und der Staat zahlt bis zu 9000 Euro E-Auto-Förderung. Außerdem verzichtet er zehn Jahre auf die Kfz-Steuer. Dazu kommt: Auch bei der Wartung sind Stromer kostengünstiger als Verbrenner. Außerdem ist Strom in der Regel deutlich günstiger als Benzin oder Diesel, insbesondere für Zuhause-Lader. Wer bei der Wahl seines neuen Wagens auf Strom setzt, bezahlt zudem geringere Jahresbeiträge an die Versicherung. Das E-Auto stellt damit den derzeit vielversprechendsten Antrieb dar.

Mythos 2: E-Autos haben eine geringe Reichweite

Falsch. Die Akkus vieler neuer E-Modelle sind so gut, dass sie es mit der Reichweite von Benzinern aufnehmen können. Eine Ladung reicht für bis zu 500 Kilometer, ein Tesla brachte es sogar schon auf 1128 ohne Nachladen gefahrene Kilometer.

Mythos 3: Es gibt kaum Ladestationen, und das Akkuladen dauert ewig

Falsch. In Deutschland gibt es bereits 700.000 Ladepunkte. Tendenz: stark steigend. Einer der Gründe dafür ist, dass der Bund private Ladestationen jetzt mit 900 Euro fördert. Das Laden zu Hause per Wallbox dauert übrigens je nach Modell in der Regel zwei bis fünf Stunden, an Schnellladestationen ist der Akku schon nach einer zehn- bis zwanzigminütigen Kaffeepause wieder voll.

Mythos 4: Die Modellauswahl bei E-Autos ist klein

Falsch. Das war einmal. Aktuell haben Käufer die Wahl zwischen 140 Stromern. Und fast alle Hersteller werden 2021 noch mehr E-Autos auf den Markt bringen – vom Elektro-Kleinwagen bis zum Elektro-SUV.

Mythos 5: E-Autos sind nicht umweltfreundlich

Falsch. Zwar wird für den Bau eines E-Autos mehr Energie als für einen Verbrenner benötigt. Doch die anfangs schlechtere Umweltbilanz gleicht es später mehr als aus: Nach spätestens 30.000 gefahrenen Kilometern sind Elektroautos im grünen Bereich. Über die volle Nutzungszeit verursachen sie bei jetzigem Strommix bis zu 82 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Benziner.

Mythos 6: Es gibt nicht genug Strom, um auf E-Mobilität umzusteigen

Falsch. Schon heute würde unsere Stromproduktion ausreichen, um zehn Millionen E-Autos zu versorgen. Aktuell sind es 400.000 Fahrzeuge. Würden alle bundesweit gemeldeten 48 Millionen Autos elektrisch fahren, stiege der Bedarf um 105 Terawattstunden – nur 15 Prozent mehr als heute. Vorausgesetzt, dass Ladeinfrastrukturlösungen in der Zukunft wie geplant intelligent gesteuert werden, stellt dieser Mehrbedarf kein Problem dar. Die intelligente Steuerung sorgt dann dafür, dass private Elektrofahrzeuge weniger zwischen 17 und 20 Uhr geladen werden, wenn die Menschen von der Arbeit kommen, sondern vielmehr nachts, wenn jede Menge ungenutzte Energie vorhanden ist.

Mythos 7: Elektroautos bieten keinen Fahrspaß

Falsch. Ein E-Motor stellt aus dem Stand fast das volle Drehmoment bereit, was die Beschleunigung zum Vergnügen macht. Die schnellsten Stromer schaffen den Sprint von null auf 100 Stundenkilometer in zwei Sekunden. Doch auch die meisten anderen E-Autos sind bedeutend spritziger als Verbrenner.

Text: Jens Lehmann; Abbildungen: shutterstock.

10. Mai 2021
Elektromobilität

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