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DUOday 2026

Mit Inklusion zum Erfolg: Wie Begegnung neue Perspektiven öffnet

Am 27. Mai fand in Hannover zum zweiten Mal der DUOday statt. Am Inklusionstag kamen in 21 Unternehmen und Institutionen Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen, um als Tandem einen gemeinsamen Arbeitstag zu verbringen. Welches Potenzial im DUOday steckt, zeigen zwei Beispiele.

Der Anruf kommt plötzlich: Rohrbruch in einem Einfamilienhaus. Für Industriemeister Heidrich und seinen DUO-Partner Lampe von den Hannoverschen Werkstätten heißt es: sofort raus zum Einsatz. Heidrich koordiniert bei enercity die Arbeiten am Gas- und Wassernetz von Hannover. Bereits die Fahrt im Einsatzwagen durch die dicht befahrene Stadt ist für Lampe ein Erlebnis. Am Einsatzort verfolgt der 27‑Jährige neugierig, wie Heidrich und seine Kollegen Schritt für Schritt nach der Ursache des Schadens suchen. Schnell ist klar: Um sich durch das verwurzelte Erdreich bis zum Rohrbruch durchzuschlagen, sind Handarbeit und Kraft gefordert. Für Lampe ist das kein Problem: „Als Fertigungstechniker für Holz bin ich es gewohnt, anzupacken, präzise zu arbeiten und mein handwerkliches Geschick einzusetzen.“

Lampe, der zum ersten Mal am DUOday teilnimmt, hat sich im Vorfeld ganz bewusst für einen Tag bei enercity entschieden: „Ich wollte mal etwas Neues erleben und sehen, wie die Arbeit draußen im Netz abläuft.“ Als Hannoveraner war ihm das Energieunternehmen bereits bekannt. Der DUOday ermöglicht ihm nun einen Blick hinter die Kulissen. „Die Eindrücke vom Arbeitsalltag, die ich bei den Einsätzen gewonnen habe, haben mir richtig gut gefallen. Ich würde eine Teilnahme am DUOday auf jeden Fall weiterempfehlen.“

Patrick Lampe und Thomas Heidrich.
Patrick Lampe von den Hannoverschen Werkstätten (links) und Thomas Heidrich von enercity (rechts) am Einsatzort in Hannover-Vinnhorst.

Ein Tag, zwei Perspektiven: Inklusionstag gewinnt an Bedeutung

Der DUOday bringt für einen Arbeitstag Menschen mit Beeinträchtigung und Beschäftigte aus Unternehmen oder Institutionen zusammen und eröffnet so Einblicke in den ersten Arbeitsmarkt. Ziel ist es, Begegnungen auf Augenhöhe zu schaffen, Berührungsängste abzubauen und neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. In Deutschland gibt es das Inklusionsformat seit 2017; ursprünglich wurde es unter dem Namen „Job Shadow Day“ in Irland ins Leben gerufen. In Hannover wurde der Aktionstag erstmals 2025 unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von enercity, der Region Hannover und der Landeshauptstadt ausgetragen. Wie stark das Format seitdem bereits an Bedeutung gewonnen hat, zeigen die deutlich gestiegenen Teilnahmezahlen. Während 2025 in Hannover noch 65 Duos, drei Werkstätten und sieben Arbeitgeber beteiligt waren, nahmen in diesem Jahr 120 Duos, sechs Werkstätten sowie 21 Unternehmen und Institutionen teil.

Eine Erfolgsgeschichte aus dem letzten Jahr

Welches Potenzial aus den Begegnungen am DUOday entstehen kann, zeigt die Geschichte von Pascal: Durch seine Teilnahme am Inklusionstag kam er erstmals mit enercity in Kontakt. Heute ist er Teil der Belegschaft und sagt selbst: „Menschen wie mir, die mit Einschränkungen leben, würde ich raten, diese Chance zu ergreifen und sich darauf einzulassen. Es lohnt sich, die eigenen Grenzen zu hinterfragen und vielleicht zu erweitern. Formate wie der DUOday helfen dabei.“

Auf seine Teilnahme am DUOday folgte eine Probebeschäftigung, die zum entscheidenden Türöffner wurde. Pascal sammelte praktische Erfahrung und nutzte die Möglichkeit, sich weiter zu orientieren. Schließlich bewarb er sich für ein duales Studium im Bereich Elektro- & Informationstechnik. „Rückblickend hat mir der Aktionstag den Einstieg erleichtert“, sagt er. „Entscheidend waren für mich jedoch die anschließenden Monate, in denen ich mein Können unter Beweis stellen konnte.“

Pascal Abresch bei enercity

Der DUOday war für mich ein gelungener Einstieg bei enercity. Im Vorfeld konnte ich zukünftige Kolleg:innen kennenlernen und sehen, ob mir die Arbeit gefällt – fast wie ein kleines Praktikum.

PascalDUOday-Teilnehmer

Ein Tag mit nachhaltiger Wirkung

Am Ende eines ereignisreichen Tages geht es für Heidrich und seinen DUO-Partner Lampe zurück zur enercity-Konzernzentrale am Glockseeplatz. Hinter ihnen liegen spannende Einblicke und neue Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag im Entstörungsdienst. Für Lampe ist der DUOday mehr als nur ein Perspektivwechsel – es ist ein Tag, der zeigt, was möglich ist, wenn Menschen sich offen begegnen. Und auch Heidrich zieht ein positives Resümee: „Mich hat besonders beeindruckt, wie reibungslos die Zusammenarbeit im Duo funktioniert hat. Patricks Aufgeschlossenheit und Freude an unserer Arbeit haben mir gezeigt, warum solche Inklusionstage so wichtig sind.“ Auch im nächsten Jahr möchte Heidrich am DUOday teilnehmen und eine Person aus den Werkstätten in seinen Arbeitsalltag mitnehmen.

Der DUOday zeigt damit nicht nur neue berufliche Wege auf, sondern fängt bereits im Kleinen an: bei einer gemeinsamen Fahrt zum Einsatz, einem ersten Gespräch vor Ort und dem Mut, sich aufeinander einzulassen.

12. Juni 2026
Hannover

Autor: Mikael Soika. Text: Mikael Soika. Fotos: Philipp Sonnack.

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