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Internationale Partnerschaft

Von Hannover nach Mykolajiw: Gemeinsam für sauberes Wasser

Pumpen, Filterelemente und weitere Technik für die Trinkwasserversorgung: Anfang September ist vom enercity-Standort in Herrenhausen der dritte und letzte Transport des Hilfsprojekts für die ukrainische Hafenstadt Mykolajiw gestartet. Die Lieferung ist Teil einer Zusammenarbeit, die weit über Ersatzteile hinausgeht.

Früh am Morgen auf dem technischen Betriebshof von enercity in Hannover-Herrenhausen: Der Lkw-Fahrer zurrt die letzten Paletten fest und überprüft die Ladung. Der Lkw hat eine lange Reise vor sich – das Ziel: Mykolajiw, im Süden der Ukraine. Der technische Inhalt im Fahrzeug ist lebenswichtig. Er soll helfen, etwas zu sichern, das für viele selbstverständlich ist: Wasser in Trinkwasserqualität.

In Mykolajiw leben rund 300.000 Menschen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist die Wasserversorgung der Stadt schwer beschädigt. Um das rund 1.200 Kilometer lange Leitungsnetz weiter zu betreiben, musste die Stadt zeitweise Wasser aus einem Flussdelta am Schwarzen Meer einspeisen. Zum Trinken war es ungeeignet, außerdem griff das salzhaltige Wasser Leitungen, Pumpen, Armaturen und Teile des Abwassersystems an. „Viele Menschen in Mykolajiw holen ihr Trinkwasser bis heute an dezentralen Ausgabestellen mit Kanistern ab. Solange die Wasserqualität im Leitungsnetz vielerorts noch nicht den erforderlichen Standards entspricht, bleiben diese Anlagen unverzichtbar“, erklärt Andreas Kalix, Projektingenieur aus dem Operativen Management im Geschäftsbereich Fernwärme und Wasser bei enercity.

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Letzte Vorbereitungen vor der Abfahrt: Der Lkw wird mit Pumpen, Filterelementen und weiterem Material beladen. Die Lieferung soll den Wiederaufbau der Wasserversorgung in der ukrainischen Stadt Mykolajiw unterstützen.

enercity bringt Erfahrungen aus der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Wasser sowie aus dem Betrieb und der Instandhaltung von Anlagen ein. Das Unternehmen versorgt mehr als 700.000 Menschen in der Region Hannover mit Trinkwasser und unterstützt den Wiederaufbau der Wasserversorgung in Mykolajiw mit Expertise und technischer Ausrüstung – unter anderem durch Pumpen und Komponenten für dezentrale Wasseraufbereitungsanlagen. „Mit den ukrainischen Fachleuten haben wir gemeinsam abgestimmt, welche Materialien und Ersatzteile vor Ort tatsächlich benötigt werden. So stellen wir sicher, dass unsere Unterstützung genau dort ankommt, wo sie den größten Nutzen hat“, sagt Kalix.

Die kommunalen Betriebe in Mykolajiw melden, was sie benötigen. Ihre Beschäftigten wissen, welche Anlagen besonders beansprucht sind, welche Ersatzteile passen und wo technische Unterstützung am meisten hilft. Auch der Wiederaufbau des Rohrnetzes ist Teil der Unterstützung: enercity liefert eine Berstmaschine, die beschädigte Leitungen in verschiedenen Durchmessern aufweiten kann, so dass neue Rohre eingezogen werden können, ohne die gesamte Strecke von oben aufgraben zu müssen.

Gemeinsam für eine sichere Wasserversorgung

Seit September 2022 verbindet Hannover und Mykolajiw eine Solidaritätspartnerschaft. Gemeinsam mit enercity unterstützt Hannover den Wiederaufbau der Wasserversorgung in der ukrainischen Stadt. Die technischen Hilfsgüter im Wert von rund 500.000 Euro werden von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit etwa 250.000 Euro gefördert. Insgesamt umfasst das Projekt drei Lieferungen mit 56 Paletten, darunter Pumpen und Filterelemente. Mit dem dritten Lkw sind die letzten Hilfsgüter des aktuellen Projekts auf dem Weg gebracht worden.

Eine Pumpe lässt sich verladen, Erfahrung passt in keine Kiste

„Die Bedingungen in Mykolajiw können sich sehr schnell ändern“, macht Iryna Krysina klar. Sie ist Leiterin des Bereichs Interne Zusammenarbeit und Externe Beziehungen im Dezernat für Kommunale Dienstleistungen der Stadtverwaltung Mykolajiw und gehört zu den Expert:innen, die die Netze und Herausforderungen vor Ort am besten kennen. Seit Beginn des Krieges gehört es zu ihrem Alltag, Schäden im Netz zu bewerten, Prioritäten festzulegen und Reparaturen zu koordinieren. „Für uns geht es jeden Tag darum, die Versorgung sicherzustellen. Wir entscheiden ständig, welche Schäden zuerst behoben werden müssen und wo die Auswirkungen auf die Menschen am größten sind“, sagt Krysina.
Genau dieser Blick aus dem Alltag der Wasserversorgung macht die Kooperation auch für enercity wertvoll, unterstreicht Carsten Heckmann, Bereichsleiter Fernwärme und Wasser bei enercity: „In Mykolajiw müssen große Teile des Netzes unter schwierigen Bedingungen instandgesetzt werden. Die Erfahrungen darüber, wie sich Infrastruktur effizient und ressourcenschonend erneuern lässt, können auch für uns wertvoll sein. Davon können wir für zukünftige Aufgaben in Hannover lernen.“

Ziel erreicht: Technik kommt in Mykolajiw an

Aus dem fachlichen Austausch zwischen Hannover und Mykolajiw wird vor Ort konkrete Hilfe. Nach rund 2.000 Kilometern erreicht der Fahrer mit seinem Transport das Betriebsgelände des Wasserversorgers Mykolaivvodokanal. Ein Team wartet bereits auf die Lieferung. Gabelstapler stehen bereit, Listen werden geprüft, dann öffnen sich die Türen des Lkw. Iryna Krysina nimmt eine der Packlisten in die Hand und gleicht sie mit der Ladung ab. „Diese Ersatzteile helfen uns, Anlagen in Betrieb zu halten, von denen viele Menschen jeden Tag abhängig sind. Für uns bedeutet jede funktionierende Anlage ein zusätzliches Stück Versorgungssicherheit für die Stadt“, sagt sie. Einige der Komponenten sollen bereits in den kommenden Tagen in den dezentralen Trinkwasserstationen eingesetzt werden. Nach der langen Reise beginnt dann für die Pumpen, Filter und Ersatzteile ihr Einsatz dort, wo sie gebraucht werden.

enercity schützt das Grundwasser

Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt sich enercity aktiv für den Grundwasserschutz und eine hohe Trinkwasserqualität ein. Dazu arbeiten wir gemeinsam mit Land- und Forstwirt:innen, Beratungsträger:innen und verschiedenen Institutionen daran, die Grundwasserressourcen in Hannover und der Region nachhaltig zu sichern.

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25. September 2026
Trinkwasser
Hannover

Autor: Alberto Alonso Malo. Foto: Beate Hülsmann, Timon Welc.

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