Klimaschutz

    Richtig heizen: Kosten sparen und Umwelt schonen

    Wenn die Tage und Nächte wieder kälter werden, sorgen Heizungen zu Hause für wohlige Wärme. Doch wie heizt man eigentlich richtig? Mit diesen neun Tipps heizen Sie energiesparend – und schonen Umwelt wie Geldbeutel. Schließlich macht Heizen rund 70 Prozent des privaten Energieverbrauchs aus.

    1. Heizkörper entlüften

    Nach dem Sommer hat sich manchmal Luft in den Heizkörpern gesammelt. Sie gluckern oder rauschen dann bei Betrieb oder werden gar nicht erst warm. Wenn Heizkörper zu Beginn der kalten Jahreszeit mit einem Lüftungsschlüssel entlüftet werden, sind sie wieder komplett mit Wasser gefüllt und können optimal wärmen.

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    70
    Prozent
    der gesamten Energie, die private Haushalte verbrauchen, werden im Durchschnitt für das Heizen verwendet. Entsprechend hoch ist der damit verbundene CO₂-Ausstoß.
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    2. Rollläden und Vorhänge als Wärmedämmung nutzen

    Wer mit Einbruch der Dunkelheit die Rollläden schließt, senkt die Wärmeverluste an Fenstern – und damit die Heizkosten – um mindestens ein Fünftel. Auch Vorhänge dämmen die Wärme etwas, besonders vor zugigen Türen und Fenstern. Das Runterlassen von Rollläden und das Zuziehen von Gardinen lohnen sich also. „Zu den wichtigsten Maßnahmen für einen nachhaltigen Energieverbrauch zählen zudem die Dämmung von Fassaden und Dächern“, sagt Birgit Lachmann, Energieberaterin von enercity. „Schließlich werden 70 Prozent des privaten Energieverbrauchs zum Heizen verwendet. Wer die Fassaden und das Dach seines Hauses dämmt, kann seinen Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken.“

    3. Zugige Fenster und frei stehende Heizungsrohre abdichten

    Noch effektiver, als den Vorhang zuzuziehen, ist es, zugige Fenster oder Balkontüren mit Profildichtungen beziehungsweise Dichtungsbürsten abzudichten. Auch über ungedämmte Heizungsrohre (etwa im Keller) geht viel Wärme verloren. Solche Rohre lassen sich leicht mit Isolierschläuchen aus dem Baumarkt dämmen.

    4. Heizkörper nicht zustellen und die Wand hinter dem Heizkörper isolieren

    In Herbst und Winter sollten vor den Heizkörpern keine Sofas, Regale oder andere Möbel stehen. Denn dahinter staut sich die Wärme, anstatt sich richtig im Raum zu verteilen. Also: zu Beginn der Heizperiode die Möbel abrücken. Das gilt besonders für Altbauten mit schlecht gedämmten, kühlen Außenwänden. In diesem Fall hilft übrigens auch eine Isolierschicht hinter dem Heizkörper besonders gut dabei, Wärmeverluste nach draußen zu begrenzen.

    5. Thermostat richtig bedienen

    Die Zahlen am Heizkörperthermostat zeigen nicht an, wie heiß die Heizung werden soll – sie stehen vielmehr für die Raumtemperatur, die der Thermostat ansteuert. Das heißt, die Heizung reagiert darauf, wie warm oder kalt es im Zimmer ist. Die Stufe 1 bezieht sich dabei beispielsweise meist auf 12 Grad Raumtemperatur, Stufe 3 sind üblicherweise rund 20 Grad. Für unterschiedliche Räume sind unterschiedliche Temperaturen ideal (siehe Kasten unten).

    6. Intelligente Thermostate installieren

    Intelligente Thermostate lassen sich vorab darauf einstellen, wann genau in welchem Raum welche Temperatur herrschen soll. Beispielsweise ist es dann morgens beim Aufstehen schon gemütlich warm im Badezimmer, während die Heizung dort tagsüber im Energiesparmodus auf die nächste Benutzung wartet. Solche programmierbaren Thermostate lassen sich mit wenig Aufwand gegen alte Thermostate austauschen.

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    Intelligente Thermostate lassen sich individuell programmieren. Je nach Vorgabe, stellt sich die Heizung zu bestimmten Zeiten an oder ab.

    7. Richtig lüften

    Wenn die Fenster im Herbst oder Winter länger offen stehen, arbeitet der Heizkörper gegen die hereinströmende Kaltluft an, um die am Thermostat eingestellte Raumtemperatur zu erreichen. Die Heizung dreht also richtig auf. Vor dem Lüften darum immer den Thermostat runterregeln. Wenn Fenster länger offen bleiben, kühlen zudem Wände und Möbel aus. Anschließend verbraucht die Heizung viel Energie, um alles wieder aufzuwärmen. Besser – und während der Corona-Pandemie empfohlen – ist kurzes Stoß- und Querlüften mehrmals am Tag: Fünf Minuten komplett geöffnete Fenster sorgen für Frischluft, ohne dass das Zimmer auskühlt.

    8. Heizung nicht komplett ausdrehen

    Die meisten Menschen schlafen besser bei niedrigerer Raumtemperatur und stellen nachts darum die Heizung aus. Besonders bei schlecht gedämmten Wohnungen oder Häusern wird aber sehr viel Energie verbraucht, wenn die Heizung morgens wieder alles neu aufheizen muss. Darum nachts den Thermostat lieber nur etwas runterregeln. Dasselbe gilt beim Verlassen des Hauses. Ein weiterer Punkt, der beim Heizen oft versehentlich falsch gemacht wird, ist laut enercity-Energieberaterin Birgit Lachmann, dass die Heizungsanlage oder Therme sehr hoch eingestellt werden, die Heizkörper jedoch nur auf mittlerer Einstellung stehen. „Das sollte genau umgekehrt sein: Die Heizungsanlage muss auf mittlerer Einstellung stehen, die Heizkörper hoch eingestellt werden. Nur so kann die von der Heizungsanlage produzierte Wärme vollständig abgenommen werden.“

    9. Außerhalb der Heizperiode umschalten

    In Deutschland erstreckt sich die Heizperiode – abhängig von lokalen Gegebenheiten und vom Wetter – circa von Anfang Oktober bis Ende April. Aber auch schon im August oder noch im Mai muss manchmal geheizt werden. Von solchen Ausnahmen mal abgesehen lohnt es sich, die Heizung in der warmen Jahreszeit auf Sommerbetrieb umzuschalten. Das spart Energie – bis zum nächsten Winter.

    Die passende Temperatur für jeden Raum

    Jedes Grad Raumtemperatur weniger senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent – und damit die Kosten ebenso wie die CO₂ -Emissionen. Es lohnt sich darum, die Heizung herunterzudrehen, wenn niemand zu Hause ist, und bei Anwesenheit der Bewohner die passende Temperatur für jeden Raum einzustellen. Am wärmsten kann es im Badezimmer sein: Dort sind 22 bis 24 Grad Celsius ideal. In Wohnzimmern, Esszimmern oder Wohnküchen sind 20 bis 22 Grad gemütlich. In der Küche, in der Herd, Backofen und auch Kühlschrank Wärme abgeben, sind rund 18 Grad ausreichend. Noch kühler kann es im Schlafzimmer sein, dort genügen 16 bis 18 Grad völlig. Dazu kommt: In kühleren Räumen schläft es sich besser. Weniger als 14 Grad sollten es im Winter allerdings nirgendwo in der Wohnung sein, weil dann Wände Schimmel ansetzen können.

    Text: Redaktion #positiveenergie. Fotos: Getty Images, Shutterstock (2)

    23. November 2020

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