
Rückenwind für die Energiewende
Studien der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zufolge waren die vergangenen zehn Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter hat sich die Temperatur der Erde bereits um mehr als ein Grad erwärmt. Die Folgen des Klimawandels werden dabei immer sichtbarer: Gletscher schmelzen, Meeresspiegel steigen an, Ozeane versauern, Böden versalzen, Grundwasserspiegel sinken, Wüstengebiete breiten sich aus, die Artenvielfalt schwindet. Und während einige Regionen der Erde von extremen Dürren betroffen sind, die zu Wassermangel, Ernteausfällen und Waldbränden führen, leiden andere aufgrund heftiger Niederschläge vermehrt unter „Jahrhundertfluten“, die teilweise massive Zerstörungen nach sich ziehen. Keine Frage: Der Schutz des Klimas ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit.
Wieso braucht es eine Energiewende – und was ist ihr Ziel?
Wissenschaftliche Expert:innen aus aller Welt fordern bereits seit Jahren aus Gründen des Klimaschutzes eine konsequente „Energiewende“. Gemeint ist damit die Umstellung der weltweiten Energieversorgung von fossilen auf nachhaltige Energieträger. Denn das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehende Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) trägt maßgeblich zur globalen Erwärmung bei. Im Zuge der Energiewende soll also der Verbrauch von Erdöl, Erdgas und Kohle gesenkt werden. Vor allem gilt es, den Ausstoß von CO2 entscheidend zu verringern – bei der Stromerzeugung, beim Heizen von Gebäuden, im Verkehr und in der Industrie.

Wie will Deutschland die Energiewende schaffen?
Um die Energiewende zu meistern, setzt auch Deutschland vor allem auf den zunehmenden Einsatz von erneuerbaren Energien. Denn Strom und (elektrifizierte) Wärme aus Wasser- und Solarkraft, Windenergie, Erdwärme und aus nachwachsenden Rohstoffen sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2045 Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. Dafür soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch – also an der gesamten Strommenge, die hierzulande verbraucht wird – bis 2030 auf mindestens 80 Prozent und der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch – also der gesamte Energieverbrauch, inklusive der Eigenverbräuche der Erzeugungsanlagen und der Übertragungs- oder Leitungsverluste – bis 2050 auf rund 60 Prozent steigen.
Wie ist der aktuelle Stand der Energiewende in Deutschland?
Fest steht: In Sachen Energiewende ist hierzulande noch viel zu tun. Fest steht aber auch: Es wurde schon viel erreicht. Das gilt insbesondere hinsichtlich der nachhaltigen Stromerzeugung: Wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Dezember 2025 mitteilten, ist der aus erneuerbaren Energien gewonnene Ökostromanteil an der Bruttostromerzeugung 2025 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Im Jahr 2025 wurden demnach 278 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Quellen gewonnen – mit Braun- und Steinkohle wurden dagegen nur noch 93,9 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion gegenüber 2024 um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte.
Dass Deutschland in puncto Energiewende auf dem richtigen Weg ist, beweist auch der Anfang November 2025 vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte Überblick „Erneuerbare Energien in Zahlen“. Demzufolge hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Laut des BDEW-Jahresberichts „Die Energieversorgung 2025“ stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch damit weiter – auf inzwischen 56 Prozent.
Allein der Zubau neuer Photovoltaikanlagen lag 2025 bei über 17 Gigawatt (GW) Leistung.
Dank Inkrafttreten des „Wind-an-Land-Gesetzes“, das die Planungs- und Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen beschleunigt, kommt zudem der Windkraftzubau weiter voran. Laut Bundesnetzagentur übertraf die zugebaute Windleistung an Land im Jahr 2025 mit 4,6 Gigawatt deutlich das Vorjahresniveau von damals 2,6 Gigawatt.
Wie viele private Haushalte in Deutschland nutzen bereits erneuerbare Energien?
Aber nicht nur die Bundesregierung und die Energiewirtschaft tragen dazu bei, dass Deutschland immer „grüner“ wird. Auch private Haushalte sorgen dafür, dass die Energiewende voranschreitet.
Die Ergebnisse des KfW-Energiewendebarometers 2025 zeigen, dass die Menschen in Deutschland zu großen Teilen hinter dem Projekt Energiewende stehen. Fast ein Drittel (33 Prozent) aller Haushalte nutzt gegenwärtig Technologien wie Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen. In absoluten Zahlen sind das rund 13,5 Millionen Haushalte – 500.000 mehr als im Vorjahr. Weitere sechs Prozent planen eine Anschaffung für das aktuelle Jahr.
Am häufigsten genutzt werden aktuell Photovoltaikanlagen (16 Prozent), Solarthermieanlagen (elf Prozent) und Batteriespeicher (neun Prozent) sowie Elektroautos (neun Prozent). Eine Wärmepumpe ist in acht Prozent der deutschen Haushalte vorhanden. Die stärksten Zuwächse dürften 2026 im Bereich PV und Stromspeicher liegen: Vier Prozent der deutschen Haushalte planen innerhalb der nächsten zwölf Monate die Anschaffung einer PV-Anlage, drei Prozent die eines Batteriespeichers.

Zugenommen hat außerdem die Bereitschaft privater Immobilieneigentümer:innen zur Durchführung von Sanierungsmaßnahmen. Mittlerweile kann sich die Mehrheit der Gebäudeeigentümer:innen eine energetische Sanierungsmaßnahme wie die Wärmedämmung von innen, eine Fensterertüchtigung oder die Anschaffung einer Wärmepumpe vorstellen. Im Vergleich zu den Ergebnissen des KfW-Energiewendebarometers 2024 ist die Anzahl der Haushalte, die sich eine Anschaffung beziehungsweise die Durchführung einer Sanierungsmaßnahme vorstellen können, bei allen abgefragten Technologien gestiegen. Der deutlichste Anstieg – um mehr als zehn Prozent – zeigt sich bei Fensterertüchtigungen.

Wie werden erneuerbare Energien für Privathaushalte gefördert?
Dass sich immer mehr Hauseigentümer:innen die energetische Sanierung ihrer Immobilie vorstellen können, hat vermutlich auch mit den Förderinitiativen der Bundesregierung zu tun. Ob neue Fenster, Wärmepumpe, Dämmung der Fassade, PV- oder Solarthermieanlage: Der Bund fördert die energetische Sanierung und den Einbau neuer Heizungen derzeit auf vielfältige und umfangreiche Weise – etwa im Rahmen der sogenannten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Darüber hinaus ist zu erwarten, dass auch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), welches das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen soll, weitere Förderungen bereithalten wird. Der Zeitplan der Bundesregierung sieht einen Kabinettsbeschluss zum GMG für Anfang 2026 vor.
Einen Überblick über alle aktuellen Förderungen gibt der Artikel „Energetische Sanierung & Heizungstausch – Förderprogramme: Das gilt bei der BEG 2026“.
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