
enercity schaltet ersten Block des Kohlekraftwerks ab
Der Ausstieg aus der Kohle ist für Städte und Kommunen eine der größten energiepolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre – technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. In Hannover ist nun ein zentraler Schritt geschafft: Mit der Stilllegung von Block I des Kohlekraftwerks in Stöcken erreicht die Stadt die Halbzeit ihres Kohleausstiegs. Für das regionale Energieunternehmen enercity ist dieser Moment zugleich der Startpunkt für die nächste Etappe der Wärmewende: Nach dem Winter 2027/2028 geht auch Block II vom Netz. Dann ist der Kohleausstieg in Hannover abgeschlossen.
Hannover steigt früher aus als Deutschland
Im bundesweiten Vergleich gehört Hannover damit zu den ersten Großstädten, die diesen Weg konsequent gehen. Der frühzeitige Ausstieg macht die Stadt zu einem Leuchtturm der Wärmewende. Denn der gesetzlich festgelegte Kohleausstieg in Deutschland ist erst für spätestens Ende 2038 vorgesehen. Damit steigt Hannover rund zehn Jahre früher aus der Kohle aus als gesetzlich gefordert.
Jede zweite Kilowattstunde ist bereits grün
Der Anteil klimaneutraler Fernwärme steigt in Hannover auf rund 50 Prozent: Jede zweite Kilowattstunde stammt damit aus erneuerbaren Quellen. Angesichts der Tatsache, dass bundesweit rund 40 Prozent der Emissionen im Wärmemarkt entstehen, ist das ein bedeutender und sehr konkreter Beitrag zum Klimaschutz.
Insgesamt reduziert der Wegfall von Block I die Emissionen der Stadt um 500.000 Tonnen CO₂ pro Jahr – so viel, wie eine Stadt mit etwa 50.000 Einwohner:innen pro Jahr verursacht. Das entspricht beispielsweise dem Jahresverbrauch von Stade, Weimar oder Goslar. Gleichzeitig bleibt die Versorgungssicherheit gewährleistet: Die Wärme, die bislang aus Kohle erzeugt wurde, wird vollständig durch dezentrale, erneuerbare Anlagen ersetzt.
Die fünf neuen Wärmeerzeuger, die Block I ersetzen, sind bereits in Betrieb. Sie nutzen regionale und erneuerbare Energieträger wie Abwärme, Altholz und Klärschlamm – bewusst ohne eine Übergangslösung über Erdgas. Perspektivisch soll auch Geothermie eine wichtige Rolle spielen. Diese sektorenübergreifenden Lösungen machen die Wärmeversorgung nicht nur klimafreundlicher, sondern auch robuster gegenüber Preis- und Importabhängigkeiten.
Mehr zum erneuerbaren Kraftwerkmix lesen sie im Artikel: „Diese Anlagen lösen Hannovers Kohlekraftwerk ab“.
Aurélie Alemanyenercity-CEOMit der Stilllegung von Block I wird aus Planung Realität. enercity zeigt, dass ein vorzeitiger Kohleausstieg und die Wärmewende keine Vision sind.
Insgesamt hat enercity 383 Millionen Euro in diese Anlagen sowie in umfangreiche Netzarbeiten investiert: Für die Einbindung der neuen Erzeuger waren 4,5 Kilometer zusätzlicher Leitungsbau notwendig. Gemeinsam erzielen die dezentralen Anlagen nun bis zu 246 Megawatt (MW) thermische Leistung.
Wie diese neuen Anlagen im Detail funktionieren und welche Rolle sie im Gesamtsystem spielen, zeigen die bereits veröffentlichten Beiträge „Hannovers Kohleausstieg: enercity setzt auf klimaneutrale Fernwärme“ und „Biomasse-Heizkraftwerk Stöcken produziert klimaneutrale Wärme aus Altholz“.
Fernwärme als Schlüssel der kommunalen Wärmeplanung
Der Umbau der Wärmeerzeugung ist eng verzahnt mit der kommunalen Wärmeplanung. Der Ausbau der Fernwärme gilt dabei als zentraler Hebel, um viele Haushalte und Unternehmen gleichzeitig zu erreichen. Laut der Treibhausgasbilanz der Landeshauptstadt 2024 haben Kohleausstieg, Wärmeplanung und Fernwärmeausbau wesentlich dazu beigetragen, dass Hannover seine Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 bereits halbieren konnte.
enercity übernimmt hierbei eine doppelte Rolle: als Betreiber der Infrastruktur und als langfristiger Partner der Stadt. Ziel ist eine Wärmeversorgung, die nachhaltig, bezahlbar und zukunftssicher ist – und die den Menschen in Hannover Versorgungssicherheit gibt.

Zweite Halbzeit: der Weg zu 100 Prozent erneuerbarer Wärme
Parallel zur Umsetzung und Planung weiterer grüner Wärmeerzeuger wird auch bestehende Infrastruktur weiterentwickelt. So soll das Heizkraftwerk Linden Mitte der 2030er Jahre H₂-ready sein, um künftig flexibel auf neue klimafreundliche Energieträger reagieren zu können. Ab 2036 sollen die Versorgung mit bis zu 100 Prozent grüner Wärme möglich sein.
Ein strukturierter Ausstieg mit Signalwirkung
Der Kohleausstieg in Hannover zeigt, wie Transformation gelingen kann: mit klaren Zielen, langfristiger Planung und dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien. Die Halbzeitmarke macht sichtbar, was bereits erreicht wurde – und wie viel Potenzial noch vor der Stadt liegt. enercity gestaltet diesen Wandel aktiv mit und legt damit das Fundament für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Hannover.
enercity bietet in vielen Stadtgebieten Hannovers klimaschonende Fernwärme an. Schon heute profitieren Tausende von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäuser von den vielen Vorteilen der Fernwärmeversorgung – in den kommenden Jahren wird diese Zahl weiter steigen. Ob auch für Ihre Immobilie ein Fernwärmeanschluss verfügbar ist und was zu tun ist, wenn Sie Ihre alte Öl- oder Gasheizung durch Fernwärme ersetzen möchten, erfahren Sie hier.
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