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Klimaschutz und Energiewende

Hannover halbiert Treibhausgase – auch dank enercity

Fast 50 Prozent weniger Treibhausgase als 1990: Hannover kommt beim Klimaschutz spürbar voran. Die Energie- und Treibhausgasbilanz 2024 der Landeshauptstadt zeigt, wie effizientere Technik, verändertes Verhalten und der Umbau der Energieversorgung zusammenwirken. Eine Schlüsselrolle spielen dabei enercity als Treiber der lokalen Energiewende und die Förderungen des enercity-Fonds proKlima.

Hannover zeigt, dass konsequenter Klimaschutz auch in einer wachsenden Stadt möglich ist. Die von der Landesregierung Anfang 2026 veröffentlichte Energie- und Treibhausgasbilanz für das Jahr 2024 macht deutlich: Seit 1990 hat die Landeshauptstadt ihre Emissionen nahezu halbiert. Rund 3,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente weist die Bilanz für das Stadtgebiet aus – ein Minus von 49 Prozent. Pro Kopf bedeutet das nur noch 5,6 Tonnen und damit gut die Hälfte dessen, was vor gut drei Jahrzehnten anfiel.

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Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz Hannover 2024

Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch deshalb, weil Hannover im selben Zeitraum größer geworden ist: mehr Einwohner:innen, mehr Arbeitsplätze, mehr bebaute Fläche. Dass der Energieverbrauch für Strom und Wärme von Haushalten und Wirtschaft dennoch gesunken ist – und zwar im Zeitraum von 1990 bis 2024 deutlich um 38 Prozent – zeigt, wie stark sich die Art der Energieerzeugung und -nutzung verändert hat.

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Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz Hannover 2024

Energie als Schlüssel zur Trendwende

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der Umbau der Energieversorgung. Hier kommt enercity eine Schlüsselrolle zu – als Netzbetreiber, als Strom- und Wärmeproduzent und als Investor in eine klimafreundliche Infrastruktur. „Die Zahlen zeigen: Klimaschutz wirkt, wenn Verwaltung, Wirtschaft und Bürger:innen gemeinsam handeln“, sagt Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel. Die Bilanz liefere ein starkes Signal, dass der eingeschlagene Weg der richtige sei.

Klimaschutz: enercity berät rund 3900 Haushalte

Besonders deutlich werden die Fortschritte in der Wirtschaft. Obwohl die Zahl der Arbeitsplätze in Hannover seit 1990 gewachsen ist, sind die Treibhausgasemissionen je Erwerbstätiger beziehungsweise Erwerbstätigem um rund 65 Prozent gesunken. Effizientere Produktionsprozesse, ein geringerer Energieeinsatz und vor allem der Abschied von besonders klimaschädlichen Energieträgern wie Kohle und Heizöl haben dazu beigetragen. Stattdessen gewinnt die Fernwärme zunehmend an Bedeutung – eine Tatsache, die eng mit dem Ausbau und der Modernisierung der Erzeugungsanlagen von enercity verbunden ist.

Auch in den privaten Haushalten zeigt sich, dass viele kleine Schritte in der Summe große Wirkung entfalten. Der Wärmeverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche hat sich seit 1990 nahezu halbiert, der Stromverbrauch ist ebenfalls zurückgegangen. Dazu haben auch gezielte Energie- und Stromsparberatungen beigetragen: Rund 3900 private Haushalte wurden zwischen 2010 und 2020 mit Unterstützung des enercity-Fonds proKlima beraten. Das Angebot reichte von der Verbrauchsanalyse über praktische Energiespartipps bis zur Vermittlung effizienterer Geräte und Techniken. So konnten im Schnitt viele kleine Einsparpotenziale gehoben werden – insgesamt führten die Beratungen laut Bilanz zu einer CO₂-Minderung von rund 8000 Tonnen. enercity begleitet Kund:innen dabei ihrem Energiesparhaus-Service und weiteren Beratungstools auf dem Weg zu einem energieeffizienteren Zuhause.

Energetische Sanierungen, effizientere Geräte und ein bewussterer Umgang mit Energie zahlen sich aus. Hinzu kam im Jahr 2024 eine vergleichsweise milde Witterung, die den Verbrauch zusätzlich gedämpft hat. Insgesamt machen die Haushalte heute rund 26 Prozent der städtischen Treibhausgasemissionen aus – deutlich weniger als noch vor einigen Jahrzehnten.

Strom aus der Region – mit Wirkung über Hannover hinaus

Der Blick auf die Stromversorgung zeigt, wie stark lokale und überregionale Effekte ineinandergreifen. Rund 67 Prozent des in Hannover verbrauchten Stroms werden bilanziell durch lokale Erzeugung abgedeckt, der überwiegende Teil davon stammt aus den Heizkraftwerken von enercity.

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Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz Hannover 2024

Gleichzeitig treibt das Unternehmen den Ausbau erneuerbarer Energien weit über das Stadtgebiet hinaus voran. Allein im Jahr 2024 hat enercity bundesweit weitere 100 Megawatt erneuerbare Leistung in Betrieb genommen. Bis 2035 soll die Stromproduktion vollständig auf erneuerbaren Quellen basieren. Davon profitiert auch Hannover, denn mit jedem zusätzlichen Wind- oder Solarpark verbessert sich der Bundesstrommix – eine entscheidende Voraussetzung für die Elektrifizierung von Wärme und Mobilität.

Photovoltaik gewinnt an Tempo

Innerhalb der Stadt gewinnt vor allem  Photovoltaik an Dynamik. Seit 2021 werden jährlich rund 20 Megawatt neue Leistung installiert, getragen von Ein- und Zweifamilienhausbesitzer:innen, der Wohnungswirtschaft, Unternehmen und zunehmend auch von Mieter:innen. Auch hierzu hat enercity beigetragen: Seit 1998 hat der enercity-Fonds proKlima rund 1500 Photovoltaikanlagen gefördert. Mit 2,1 Millionen Euro Fördermitteln versorgen sie rechnerisch etwa 3500 Wohneinheiten mit erneuerbarem Strom und haben bislang rund 23.000 Tonnen CO₂ eingespart.

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Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz Hannover 2024

Größere Anlagen auf Dächern von Schulen, Gewerbebetrieben oder Bürokomplexen ergänzen viele kleinere Systeme. Diese dezentrale Stromerzeugung deckt zwar bislang nur einen kleinen Teil des Gesamtbedarfs, sie leistet aber einen wichtigen Beitrag zur lokalen Energiewende und zur Entlastung der Netze.

Die Wärmewende entscheidet sich im Bestand

Noch entscheidender für die künftige Klimabilanz ist die Wärmewende. Denn der größte Teil des Energieverbrauchs in Hannover entfällt auf das Heizen. Im Jahr 2024 wurden rund 65 Prozent des Wärmebedarfs durch Erdgas gedeckt. Gleichzeitig wächst der Anteil der Fernwärme kontinuierlich. Er ist seit 2020 deutlich gestiegen und lag im Jahr 2024 bereits bei 26 Prozent.

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Quelle: Energie- und Treibhausgasbilanz Hannover 2024

32 Millionen Euro Fördermittel durch enercity-Fonds proKlima

Parallel dazu schreitet die Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung voran. enercity investiert in neue, klimafreundliche Anlagen. Der letzte noch betriebene Block II des Steinkohle-Heizkraftwerks in Stöcken wird nach der Heizperiode 2027/2028 in die Reserve gehen. Das Gas-Heizkraftwerk in Linden soll bis Mitte der 2030er Jahre H2-ready sein. Bereits heute speisen unter anderem die Müllverbrennungsanlage in Lahe, Biomethan-Blockheizkraftwerke sowie ein Altholz-Heizkraftwerk mit Großwärmepumpe Wärme ins Netz ein. Damit wird die Fernwärme zunehmend zum Rückgrat einer klimaneutralen Wärmeversorgung.

Ergänzt wird dieser Umbau durch Investitionen in den Gebäudebestand. Förderprogramme des enercity-Fonds proKlima unterstützen Eigentümer:innen dabei, ihre Gebäude energetisch zu modernisieren, Heizsysteme zu erneuern oder erneuerbare Energien zu nutzen. Insgesamt verteilte proKlima hierfür bisher 32 Millionen Euro an Fördermitteln. Die damit finanzierten Maßnahmen führten bislang zu einer kumulierten CO₂-Einsparung von rund 1,2 Millionen Tonnen. Besonders erfreulich: Solche Maßnahmen wirken langfristig. Ein gedämmtes Haus oder eine moderne Heizungsanlage spart über Jahrzehnte Emissionen ein und senkt zugleich die Energiekosten.

Verkehr bleibt die große Herausforderung

Deutlich schwieriger gestaltet sich die Entwicklung im Verkehrssektor. Er verursacht rund 28 Prozent der Treibhausgasemissionen in Hannover und liegt weiterhin über dem Niveau von 1990. Zwar gab es während der Pandemie einen kurzfristigen Rückgang, doch inzwischen steigen Verkehrsaufkommen und Emissionen wieder. Erschwerend kommt hinzu, dass etwa die Hälfte der verkehrsbedingten Emissionen auf Autobahnabschnitte im Stadtgebiet entfällt, die stark vom Transitverkehr geprägt sind und sich kommunal nur begrenzt steuern lassen. Masterpläne und Verkehrsentwicklungsstrategien liegen vor – doch ohne eine bundesweite Trendwende wird es schwierig, hier spürbare Fortschritte zu erzielen.

Auf Kurs Richtung 2035

Trotz dieser offenen Baustelle fällt die Gesamtbilanz positiv aus. Seit 1990 ist der Endenergieverbrauch in Hannover um rund 30 Prozent gesunken, die Treibhausgasemissionen haben sich nahezu halbiert. Die Landeshauptstadt verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2035 treibhausgasneutral zu werden. Dafür braucht es weiterhin Investitionen in Netze, Kraftwerke und erneuerbare Energien – ebenso wie verlässliche politische Rahmenbedingungen, etwa bei der Wärmewende und der Gebäudeförderung.

Die Bilanz 2024 zeigt: Hannover ist auf dem richtigen Weg. Entscheidend wird sein, das Tempo zu halten. enercity wird dabei eine zentrale Rolle spielen – als Rückgrat der verlässlichen Energieversorgung und als Motor der lokalen Energiewende. Denn Klimaschutz entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein System, das Schritt für Schritt umgebaut wird. In Hannover lässt sich bereits heute sehen, wie dieser Umbau wirken kann.

Mit Fernwärme in eine grüne Zukunft

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13. März 2026
Klimaschutz
Hannover

Text: Elena Rudolph. Fotos: Getty Images.

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