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Energiespar-Guide für den Haushalt

15 effiziente Ideen für alle Bereiche

Gute Energiesparkonzepte sind nicht immer gleich, sondern so individuell und effektiv wie ihre Anwender. Wir zeigen die Bereiche mit dem höchsten Energieverbrauch im Alltag und geben Sparbeispiele.

Für die einen ist es die Optimierung der Heizung, für andere ein Update bei der Warmwassererzeugung, für Dritte wiederum die Anschaffung eines neuen Haushaltsgeräts. An Ansätzen für wirkungsvolle Energieeffizienzmaßnahmen und Ideen mangelt es nicht. Doch ob Single- oder Familienhaushalt, Wohnung, Haus oder Büro, Alltag oder Arbeit: Der Energieverbrauch und damit auch die Möglichkeiten zu deren Einsparung können je nach der im Haushalt lebenden Personenzahl, der Wohnsituation und den baulichen Bedingungen sehr unterschiedlich ausfallen.

Dieser Energiespar-Guide will individuell anpassbare Energiespartipps liefern und zeigen, wie man diese Schritt für Schritt umsetzen kann. Die Grafik zeigt, in welchen Bereichen im Haushalt die meiste Energie verbraucht wird. Daraus ergeben sich große und kleine Energiesparmöglichkeiten. Energiespar-Expertin Birgit Lachmann von enercity gibt zu jedem Bereich drei Einspartipps.

Die Grafik zeigt in welchen Bereichen im Haushalt wie viel Energie verbraucht wird
Durchschnittlich 72 Prozent des Energieverbrauchs fallen in privaten Haushalten für die Erzeugung von Raumwärme an. Es ist der mit Abstand größte Posten.

3 Energiespartipps für smartes Heizen

Tipp 1: Die Therme richtig einstellen

Wer die eigene Therme richtig einstellt, riskiert keine Überproduktion von Wärme, die viel Energie benötigt, aber gar nicht abgenommen wird. Besser: die Therme auf Eco-Betrieb einstellen und bei Bedarf lieber einmal die Heizung in einem Raum voll aufdrehen.

Sparpotenzial: Die richtige Einstellung von Heizsystemen kann die Energiekosten um zehn bis 15 Prozent senken.

Das Gimmick zeigt ein Haus

Tipp 2: Heizungsrohre dämmen

Die Dämmung von Heizungsrohren – für unbeheizte Räume ohnehin Pflicht – ergibt auch in anderen Räumen Sinn. Das Material dafür gibt es günstig in jedem Baumarkt.

Sparpotenzial: Wer die Heizungsrohre in einem Einfamilienhaus konsequent dämmt, kann viel Energie und bis zu 300 Euro im Jahr sparen.

Tipp 3: Stoß- statt Kipplüftung

Besonders im Winter mögen Menschen ein warmes Zuhause. Es muss aber regelmäßig gelüftet werden, da in einem Dreipersonenhaushalt etwa sechs bis neun Liter Wasser pro Tag verdunsten. Wasser, das beispielsweise dadurch entsteht, dass wir schwitzen, atmen, kochen, uns waschen und duschen oder unsere Pflanzen gießen. Am besten und energiesparendsten geht das Lüften nicht mit energiefressender dauerhafter Kipplüftung, sondern mit Stoßlüftung in Intervallen. Dabei die Heizung im betroffenen Raum auf null stellen und anschließend wieder aufdrehen oder – sollte die Heizung per App steuerbar sein – diese Intervalle zeitlich automatisieren.

Sparpotenzial: Der Energieverbrauch ist bei dauerhafter Kipplüftung etwa zehn- bis 20-mal größer als bei Stoßlüftung.

Weitere Tipps zum Sparen von Heizenergie gibt es im Artikel „So lassen sich die Heizkosten senken“.

 

3 Energiespartipps für die Warmwassererzeugung

Das Gimmick zeigt einen Duschkopf

Tipp 1: Der Sparduschkopf als Verbündeter

Ein leicht einzubauender Sparduschkopf mischt dem Wasser zusätzlich Luft bei. So bleibt der Druck wie gewohnt hoch, doch der Wasserverbrauch sinkt stark.

 

Sparpotenzial: Sparduschköpfe reduzieren den Wasserverbrauch beim Duschen um bis zu 50 Prozent.

Tipp 2: Perlator auf dem Wasserhahn

Ein cleverer Strahlregler auf dem Wasserhahn spart viel Wasser. Diese auch als „Durchflussbegrenzer“ oder „Durchflussregler“ bezeichneten Aufsätze kosten nur ein paar Euro und verringern die Durchflussmenge deutlich.

Sparpotenzial: Strahlregler können den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Tipp 3: Duschen statt baden

Die einfache Regel: Duschen spart im Vergleich zum Baden rund zwei Drittel Warmwasser und damit Energie und Geld. Wer die Zeit beim Duschen leicht vergisst, kann sich einen Timer stellen oder eine Playlist mit der gewünschten Dauer abspielen.

Sparpotenzial: In eine Badewanne passen etwa 150 Liter, fünf Minuten Duschen verbraucht dagegen nur etwa 50 Liter Warmwasser.

Im Artikel „8 Energiespartipps für das Badezimmer“ finden Sie weitere Tipps zum Thema.

3 Energiespartipps für Haushalts- und Kommunikationsgeräte

Tipp 1: Beim Neukauf auf Energieeffizienz achten

Für Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner, Kühlgeräte und elektronische Displays ist seit März 2021 das EU-Energielabel vorgeschrieben. Es ordnet die Geräte in die Energieeffizienzklassen von A (führend) bis G ein.

Sparpotenzial: Moderne und effiziente Sieben-Kilogramm-Frontlader-Waschmaschinen verbrauchen nur 45 Kilowattstunden (kWh) für 100 Waschzyklen. 15 Jahre alte Geräte dagegen kommen auf bis zu 150 kWh.

Weitere Infos zu den seit März 2021 geltenden Effizienzklassen von A bis G finden Sie im Artikel „Die neuen Energieeffizienzlabel einfach erklärt“.

 

Das Gimmick zeigt eine Waschmaschine

Tipp 2: Kühlschranktemperatur anpassen

Der Kühlschrank ist – gleich nach dem Gefriergerät – der größte Energiefresser unter den großen Haushaltsgeräten. Tipp: Hier reichen sieben Grad völlig aus. Oftmals unbekannt: Ein voller Kühlschrank verbraucht weniger Energie als ein leerer. Der Grund: Wird der volle Kühlschrank geöffnet, kann nur wenig warme Luft eindringen und Energie zum Runterkühlen verbrauchen.

Sparpotenzial: Eine Anhebung der Kühlschranktemperatur um nur ein Grad spart bis zu sechs Prozent Strom ein.

Wie Sie darüber hinaus bei Gefrier- und Kühlschränken Energie sparen können, erfahren Sie in den Artikeln „Tipps zum Energiesparen beim Gefrierschrank“ und „Kühlschrank: Stromverbrauch senken – alle Tipps!“.

Tipp 3: Aus statt Stand-by – Steckerleisten helfen

Fernseher, Musikanlagen, Computer und Spielekonsolen verbrauchen auch im Stand-by-Modus Strom. Besser ist es, sie bei Nichtnutzung vollständig vom Strom zu nehmen. Das geht per Hand, Zeitschaltuhr oder App leicht über ein- und ausschaltbare Steckerleisten.

Sparpotenzial: In einem Dreipersonenhaushalt verursacht der Stand-by-Modus in Summe im Schnitt etwa acht Prozent der Stromrechnung. Das sind durchschnittlich etwa 88 Euro.

Mehr dazu, wie elektronische Geräte im Stand-by-Modus Strom fressen, lesen Sie im Artikel „Stromverbrauch im Standby: Unbemerkter Energieverbrauch“.

3 Energiespartipps fürs Kochen & Waschen

Das Gimmick zeigt einen Kochtopf

Tipp 1: Im Eco-Programm ist mehr weniger

Beim Geschirrspüler gilt: Mehr Zeit beim Spülen verbraucht tatsächlich weniger Energie! Eco-Programme laufen zwar länger, verbrauchen aber trotzdem weniger Strom, weniger Wasser und damit auch weniger Geld. Der Grund: Im Ökobetrieb wird dasselbe Wasser mehrfach genutzt. Zwischendurch läuft es durch Filter.

Sparpotenzial: Ein Eco-Programm verbraucht im Vergleich zum Automatik-Programm zehn bis 15 Prozent weniger Strom.

Tipp 2: Aufs Vorheizen vom Backofen verzichten

Bei vielen Ofengerichten ist das Vorheizen gar nicht nötig. Eine Tiefkühlpizza wird auch gar und kross, wenn man den Backofen erst beim Reinschieben anmacht. Dabei verkürzen Um- und Heißluft die Backzeit und sparen im Vergleich zur Ober- und Unterhitze viel Energie. Zudem können mehrere Lagen gleichzeitig gebacken werden.

Sparpotenzial: Umluft ist etwa 20 Prozent sparsamer als Ober- und Unterhitze, weil bei geringerer Temperatur gebacken werden kann.

Tipp 3: Beim Waschen cool bleiben …

Umweltfreundlich waschen und dabei Geld sparen? Geht! Für normal verschmutzte Buntwäsche genügen 30 Grad, für Weißes 40 Grad. 60- oder gar 90-Grad-Wäschen sollten Ausnahmefällen vorbehalten bleiben. Aber Achtung: Damit bestimmte Viren, Bakterien und Pilze in der Maschine beseitigt werden, sollte mindestens einmal im Monat eine 60-Grad-Wäsche laufen. Ein häufiger Irrtum: Kurzprogramme sparen Energie. Tatsächlich ist es oftmals andersherum: Sie verbrauchen gerade wegen ihrer kürzeren Laufzeit mehr Wasser und mehr Strom.

Sparpotenzial: Im Vergleich zur 60-Grad-Wäsche sparen Waschgänge bei 40 Grad bis zu 45 Prozent Strom.

In den Artikeln „Nachhaltig und energiesparend kochen: So geht’s!“ und „Mit Eco-Programmen die Umwelt schonen“ gibt es weitere hilfreiche Energiespartipps.

3 Energiespartipps für Licht & Co.

Tipp 1: Kleine Tat, große Wirkung

Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen! Es ist reine Übungssache, sich das An- und Ausschalten der Beleuchtung anzugewöhnen.

Sparpotenzial: Wer beim Verlassen eines Raumes konsequent das Licht ausschaltet, kann im Durchschnitt monatlich zwei Kilogramm CO2 sowie Strom und Geld sparen.

Das Gimmick zeigt eine Glühbirne

Tipp 2: Energiefresser ersetzen

Halogenlampen leuchten hell, sind aber echte Energiefresser. Auch klassische Glühlampen sind von gestern. Etwas teurer in der Anschaffung, dann aber sehr viel sparsamer sind LED-Lampen. Eine 25-Watt-Glühlampe kann man gegen eine Fünf-Watt-LED-Lampe tauschen, eine 60-Watt-Glühlampe bei Erzeugung der gleichen Helligkeit gegen eine Acht- bis 13-Watt-LED-Lampe.

Sparpotenzial: LED-Lampen benötigen nur etwa ein Fünftel des Stroms, den Glühlampen verbrauchen.

Mehr über die Funktionsweise von LED-Lampen lesen Sie im Artikel „Wie funktioniert eine LED-Lampe?“.

 

Tipp 3: Smartes Licht nutzen

Mit Bewegungsmeldern und Dämmerungsautomatik geht das Licht in wenig genutzten Räumen, Fluren oder im Außenbereich nur an, wenn es wirklich benötigt wird. Mit smarten Apps lässt sich die Beleuchtung in allen Räumen des Hauses in Bezug auf ihre Nutzungsfrequenz abstimmen.

Sparpotenzial: Das bestimmen Sie über die Nutzungsintensität von Räumen selbst – phasenweise bei Nichtnutzung bis zu 100 Prozent.

Energie sparen im Alltag

Sie suchen weitere Tipps und Informationen zum Thema Energiesparen? Neben klassischen Stromspartipps bietet enercity Ihnen viele Service- und Beratungsangebote. So schonen Sie die Umwelt und senken Ihre Energiekosten.

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20. April 2023
Energiespartipps
Klimaschutz

Text: Tatjana Pokorny. Fotos: Getty Images.

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